Hawaii, Kauai · 27.10.2019
Tanja & Josef
Kauai, Hawaii, kurz vor Sonnenaufgang: Tanja schreitet einen sieben Kilometer langen, fast menschenleeren Strand entlang, die Musik setzt ein, und die Tränen kommen ganz von allein.
Es hat sechs Jahre gedauert, bis dieser Blogbeitrag fertig wurde – aber den Tag selbst haben wir keine Sekunde vergessen. Am 27. Oktober 2019 haben wir, Tanja und Josef, auf der Insel Kauai geheiratet. Im kleinsten Kreis, an einem Strand, den kein Reiseführer empfiehlt, mit Blumen aus Österreich im Gepäck und Ringen von der Goldschmiede Sommer am Finger.
Der Weg dorthin war alles andere als gerade. Wedding Planner, die unsere Vorstellungen nicht trafen. Ein Location-Team in Tulum, das einen Skype-Call vergaß. Floristik, die beim Postversand verloren ging und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion neu angefertigt wurde. Danke, Isabella. Letztendlich führte uns Fotografin Meg Bradyhouse zu den richtigen Standesbeamten, Musikern und Fotospots auf Kauai – und plötzlich war alles wieder machbar.
Wir starteten in die Dunkelheit. Meg und Videograf Kevin Kühnl, der extra aus Österreich mitgeflogen war, begleiteten uns zu diesem sieben Kilometer langen Strand – kein Tourist, nur das Rauschen der Wellen und das erste Morgenlicht. Das Kleid von Doren Design bewegte sich im Wind, der Blumenstrauß von Isabella leuchtete in Orange, Magenta und Pink.
Kurz nach Sonnenaufgang trafen die Freunde ein. Josef gab noch schnell David, unserem Musiker, eine Anweisung, wo er stehen soll. Dann trat Tanja auf den Sand, die Gitarre setzte ein, und alles, was sie geplant hatte – Josef beim Abwischen einer Träne zu fotografieren – war mit einem Mal ganz überflüssig.
Tanjas Blumenkranz und der üppige Brautstrauß kamen frisch aus Kärnten: Orchideen, Ranunkeln, Pfingstrosen, tropisches Grün. Isabelllas zweite, nächtliche Anfertigung hat die lange Reise unbeschadet überstanden. Die Ringe von der Goldschmiede Sommer lagen auf der Einladungskarte im Sand – schlicht, golden, genau richtig.
Rene und Christian sorgten dafür, dass direkt am Strand das Lieblingsgetränk aus der Gig-Bar bereitstand. So beginnt man einen Hochzeitstag in Hawaii.
Davids Gitarre klang über den Sand. Tanja schritt begleitet von einer Freundin heran, beide mit Blumenkränzen im Haar. Die Standesbeamtin wartete in der Mitte, die Sonne stand tief und malte alles in Honiggelb.
Josef hielt Tanjas Hände, schaute sie an – und wischte sich tatsächlich eine Träne ab. Genau das Foto, das Tanja wollte. Dann tauschten sie handgeschriebene Schwüre aus und die Ringe von der Goldschmiede Sommer wechselten den Finger. Als die Musik wieder einsetzte, jubelten alle, und eine Freundin fiel Tanja einfach um den Hals.
Nach der Trauung wurde die Freundesgruppe am Strand noch einmal zusammengerufen, bevor es weiterging. Bevor der Katamaran ablegte, stand noch ein Open-Doors-Helikopterflug über Kauai auf dem Programm. Unser italienischer Ex-Air-Force-Pilot flog uns zum Waimea Canyon, entlang der Nā Pali Coast und nah an einen Wasserfall heran. Die Türen blieben offen, der Wind fuhr durch Tanjas Haare.
Danach legte der Katamaran entlang der Nā Pali Coast ab. An Bord: Surf and Turf vom Grill, Riesengarnelen, und als Dessert Tanjas Lieblingsding, Key Lime Pie. Ein bisschen tanzen, viel lachen, die Abendsonne auf dem Wasser. Tanja stand am Bug des Katamarans, der Horizont orange hinter ihr.
Der Katamaran legte am Pier ab. An Bord waren unsere engsten Freunde, das Sonnenlicht stand tief, und irgendwann warf der Chef des Bootes den Grill an. Surf and Turf, saftiges Steak, Riesengarnelen – und zum Abschluss Key Lime Pie für Tanja. Das Wasser der Nā Pali Coast leuchtete in einem Blau, das kein Foto ganz einfängt. Abends stand Tanja als Silhouette am Bug, das Kleid im Wind, der Pazifik in Orange und Violett hinter ihr. So sah das Ende dieses Tages aus.
Ein Hochzeitstag auf Kauai endet nicht nach der Trauung. In den Tagen rund um unsere Hochzeit erkundeten wir die Insel mit RZR-Buggys durch roten Schlamm, badeten an einem Wasserfall im Dschungel und schrieben KAUAI in den Sand. Kevin Kühnl hielt alles fest, was Meg nicht sah. Diese Bilder sind kein Anhang, sie sind Teil der Geschichte.